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ne tote ente für softwarepatente

selbst die spatzen pfeifen es im moment von den dächern: die EU will es den USA gleichtun und trivialpatente auf software zulassen. so geschah es am montag, als die eu kommission trotz europaweiter proteste diskussionslos absegnete, obwohl sich schon verschiedentlich widerstand regte.

ursprünglich war das ziel des patentrechtes aus erfindungen den maximalen nutzen für die gesellschaft zu erzielen. mittlerweile sind sie aber nur noch ein ding der bewahrung einer marktposition. normalerweise erweist sich natürlich erst vor gericht, ob ein patent wirklich patentwürdig war. und deswegen haben sogenannte trivialpatente auch vor gericht oft nicht bestand. nur braucht man halt für die durchsetzung solcher patentforderungen auch das nötige kleingeld, um die millionenteuren anwälte zu berappen. und wer ausser den grossen softwarefirmen hat das?

schlimmer noch, jetzt wurde ein französischer student wegen veröffentlichung einer sicherheitslücke eines antiviren programmes verurteilt. vorgeworfen wurde ihm, er habe eine raubkopie disassembliert und den code veröffentlicht.

die momentane entwicklung vor den gerichten und in den politischen etagen ist ziemlich beängstigend. und insbesondere auch die totale ausrichtung der gesetzte auf die bedürfnisse der wirtschaft nimmt bedenkliche ausmasse an. natürlich ist die entwicklung von open source software extrem wirtschaftsschädigend. und zwar aus dem einfachen grund, weil die leistung und der nutzen, den die menscheit aus OSS zieht, in keiner statistik auftauchen werden, weil sie gratis sind. das BIP sinkt, der nutzen für die menschen steigt.

irgendwo hab ich mal gelesen, dass der software wert, der allein im linux kernel sitzt, mittlerweile über 2 milliarden dollar sei. in zahlen: 2'000'000'000 USD. und wenn man noch den rest bedenkt ...

es gibt deshalb in sachen softwarepatente nur eines: die rückkehr zur vernunft. dort, wo keine bereicherungsabsicht besteht, sind patente nicht klagbar. wer open source software entwickelt und zum beispiel dazu proprietäre protokolle per reverse engineering aufschlüsselt, der will sich nicht an der arbeit von anderen bereichern. deswegen muss es auch legal sein.

there is an alternative

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kann mich noch gut erinnern, als ich vor langer zeit mal auf google hingewiesen wurde. sah aus wie ne super neue internet-welt - keine werbung, keine gekauften resultate, gute treffer. hatte zwar noch weniger als ne mia seiten, aber die trefferquote war erstaunlich. und lange zeit sah es ja danach aus, als könnte google der geldgier wiederstehen. zwar gab es werbung bei den suchresultaten, aber so unaufällig platziert oder auffällig als werbung gekennzeichnet, dass es doch noch nach selbstbeschränkung aussah.

und wie sieht es denn jetz aus? die ganze welt benutzt google. nur und ausschliesslich. kenne niemanden, der es nicht tut. das eintippen von google.com in den browser geht ganz von allein. wenn ich was suchen will, schau ich mich nicht um bei anderen wie z.b. search.ch, yahoo oder so. nein, einfach fuckinggoogleit.

ist eigentlich ein gutes zeichen für ein gutes produkt, nicht? aber ehrlich gesagt, gibt es dann doch mal die grenze von "zu gut". wer kennt ihn schon, den map service von google? funktioniert zwar nur in den vereinigten staaten, aber wie ... ich hab mal nach ner jugendherberge in chicago gesucht und einfach eingegeben: arlington house chicago. keine adresse, keine auswahl von strassen aus pulldowns etc., und schwupps, schon taucht die karte auf und die nadel steckt an besagter stelle. und auch die google-ausbreitung beim mail-service, oder beim desktop search (hab ich nie ausprobiert, da debian nutzer), da soll der dienst auch das gängige zeug überflügeln.

wieso zu gut? stellt sich die frage, ist eine firma einfach altruistisch und schreibt sich auf die fahnen, das wohl der menschheit zu fördern? oder ist es halt einfach eine firma, die schlicht gewinn zu machen versucht? und um welchen preis? neuerdings wird wikipedia gefördert, sprich, google hosted das projekt. prima! danke! toll! aber ist das nicht langsam eine zu drastische akkumulation der kontrolle über datenströme? wikipedia wird wohl für immer unabhängig bleiben (was immer auch unabhängig zu bedeuten mag). aber langsam haben wir eine firma, die nicht wie microsoft ein monopol über die endverbraucher-software der welt hat, sondern, eine firma, die ein monopol über die verbreitung/vermittelung der information besitzen wird. und das klingt potentiell bedrohlich.

gibt es alternativen? nun, prinzipiell jein. im moment oder angekündigt ist eh der krieg zwischen google und microsoft. google ist neu, potent und klug. microsoft hat masse, aber wohl auch kluge leut, ein eigenes betriebssystem und vor allem viel viel kohle. und ms hat ja schon mal solche kriege gewonnen (gegen netscape). die frage ist aber, ob microsoft nochmals ein so starkes verweben von appliaktionen und betriebsystem, wie beim IE getan, machen kann. rechtlich sind sie ja damit fast auf die schnauze gefallen. und angst vor ms-domination sollte man vielleicht doch auch haben: bisher hat bill gegen firmen immer gewonnen.

ach ja, um noch etwas hoffnung zu verbreiten: bill hat auch schon kämpfe verloren:

Apache vs. IIS. oder auch der untergang des ursprünglichen MSN, welches ein "separates" internet hätte sein sollen. und vielleicht ist ja nutch die baldige antwort auf greedy billy und google-domination.